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Brotherhood of Blessed Gérard

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Willkommen in unserem Fernseh- und Video-Archiv!

Die Sendungen sind in zeitlicher Reihenfolge aufgelistet:
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Blessed Gérard’s Care Zentrum - Pater Gerhard Lagleder auf Spendentour (27. Juni 2017)

Sein Herz schlägt für die Ärmsten der Armen:

Pater Gerhard Lagleder aus Regensburg kümmert sich seit 30 Jahren um AIDS-kranke Menschen in den Townships von Südafrika.


Pater Gerhard Lagleder Benediktinermönch und Entwicklungshelfer (SWR 1 Leute - Livesendung vom 28. November 2016)

Pater Gerhard Lagleder ist Benediktinermönch, lebt aber nicht in einem Kloster, sondern ist als Missionar unterwegs. In Südafrika leitet er ein Gesundheitszentrum, zu dem das größte Hospiz des Landes gehört, wo vor allem Aidspatienten betreut werden. Tausende von Menschen hat Pater Gerhard beim Sterben begleitet, sein Glaube gibt ihm die Kraft dafür und die Erfahrung, helfen zu können. Denn zu seinem Gesundheitszentrum gehören auch ein Kinderheim und ein Kindergarten.


Blessed Gérard's Care Centre - Talk mit Pater Gerhard Lagleder (Sankt Michaelsbund 24. November 2016)

Pater Gerhard Lagleder, Mitbegründer der Brotherhood of Blessed Gérard, im Gespräch mit Andrea Haagn vom Sankt Michaelsbund. Die Aufzeichnung fand am 24.11.2016 in der Münchner Fußgängerzone statt.


Blessed Gérard's Hospiz - AIDS-Behandlung (HAART) 22.6.2016


Wo Elend auf Liebe trifft (Film von Moritz Schreiner - 10. Juni 2016)

Filmpremiere in Stuttgart

 

Wo Elend auf Liebe trifft

Von Martin Haar

Ein Stuttgarter Filmteam hat auf eigene Kosten eine Doku über ein Hospiz in Südafrika gedreht. „Es sind Bilder über unbegreifliches Elend“, sagt Team­mitglied Peter Schöllhorn vor der öffentlichen Premiere.

Stuttgart - Reisen ist tödlich für Vorurteile. Wer denkt, er weiß schon alles über ein Land, wird fern der Heimat belehrt. Ein Stuttgarter ist nun schlauer. Er weiß jetzt, was Marc Twain mit diesem „Todes-Urteil“ meinte. Zehn Tage Südafrika haben Peter Schöllhorn verändert. Treffender: Sie haben seine Perspektive auf das Wesentliche verändert – nicht ihn selbst. Schöllhorn, der sich mit den Filmproduzenten Simon Rost, Moritz Schreiner und der Fotografin Jessica Mayer nach Mandeni in den Nordosten Südafrika zu einem Filmprojekt aufgemacht hatte, war schon immer ein guter Kerl. Aber nun wirkt er beseelt. Schöllhorn ist durchdrungen, ­Gutes zu tun. Und er tut es.

Pro Tag sterben im Hospiz zwei Menschen

Die Bilder, die der Oberbeleuchter mit seiner Kamera mitten in der Aids-Hochburg der Welt, dem Zululand in Südafrika, festgehalten hat, sind nicht nur auf der digitalen Festplatte gespeichert. Sie haben sich in seinen Kopf eingebrannt. Die Kontraste zwischen der Schönheit des Landes und dem Elend ihrer Menschen. Die Extreme zwischen Brutalität und bedingungsloser Nächstenliebe. Alles an einem Ort auf den Punkt gebracht: im Care-Center von Pater Gérard – bürgerlich Gerhard Lagleder. Es ist gleichzeitig Hospiz, Waisenhaus, Kinderheim und Klinik. Es ist die letzte Zuflucht in einem Landstrich, in dem 76 Prozent aller Menschen HIV-positiv sind.

„Im Hospiz sterben pro Tag zwei Menschen. Sie kommen aus den Slums, weil sie dort in ihrem eigenen Urin ohne Hilfe vor sich hinsiechen“, erzählt Peter Schöllhorn und zeigt auf seinen Unterarm. Die Gänsehaut soll als Beweis dienen. Für seine Gefühle. Und die Wahrhaftigkeit seiner Worte.

„Es ist grausam.“

Aber am Ende doch unglaublich versöhnlich. Zumindest für die Menschen, die einen Platz im Hospiz gefunden haben. Die Dankbarkeit und der Frieden, den Schöllhorn in den Augen der Todkranken entdeckt hat, bewegen ihn tief: „Die Menschen gehen zufrieden hin. Da ist soviel Liebe.“ Zum ersten Mal würden sie das erfahren, was im Haus des Malteser-Ordens oberstes Gebot ist: Nächstenliebe und Barmherzigkeit. „Die Menschen liegen zum ersten Mal in einem saubern Bett, bekommen Schmerzmittel und regelmäßig etwas zu essen“, sagt Schöllhorn. „Aber das eigentliche Geschenk ist die Schwester, die den Sterbenden bis zu deren Ende die Hand hält.“ Diese spürbare Nähe im Todeskampf sei unschätzbar wertvoll. „Wir wollen in unserem Film nicht nur dieses Elend zeigen, sondern auch die Freude dieser helfenden Menschen“, sagt Schöllhorn.

Die Kraftquelle für all das ist Pater Lagleder. Vor knapp 25 Jahren hat er die Brotherhood of Blessed Gérard als Hilfsorganisation des Malteserordens in Mandeni gegründet. Seitdem ist nicht nur ein großes Hilfszentrum, sondern eine weltweite Gemeinschaft von Idealisten und Unterstützern entstanden. Sie alle setzen mit ihren Mitteln um, was der Pater immer predigt: „Wirksam helfen kostet Geld.“

Das Soko-Stuttgart-Team unterstützt Schöllhorn

Geld, das auch Peter Schöllhorn und seine Freunde von Artyc Film Stuttgart sammeln wollen. Zum Beispiel an diesem Freitag (19 Uhr) in den Soko-Stuttgart-Studios im Römerkastell (Naststr. 21). Dort zeigen die Stuttgarter Filmschaffenden ihren Kurzfilm von Mandeni. Sie werden berichten, aber auch Pater Gerhard zu Wort kommen lassen. Der gebürtige Regensburger bereist derzeit wieder seine alte Heimat, um Spender zu gewinnen. Allein der Unterhalt seines Carecenters kostet rund eine Million Euro pro Jahr. Der Pater wird den bewegten Bilder von Schöllhorn einen Rahmen geben. Aus erster Hand erzählen, was Aids in diesem Land anrichtet. Wie es Familien zerstört und zahllose Kinder zu Waisen macht. Und wie der Zulu-Glaube an Naturgeister teilweise Schreckliches anrichtet.

„Wenn einer stirbt, ist er mutterseelenallein. Der Aberglaube lässt sie denken, dass alleine die Nähe zu den Sterbenden Ansteckungsgefahr birgt“, erzählt Schöllhorn und kommt nahtlos zu einem noch erschütternden Erlebnis: Er beichtet von einem Kind, das so stark penetriert worden sei, das es lebensgefährliche Verletzungen davon getragen hatte. „Aids-Kranke Zulu-Männer glauben, dass dieser Akt sie heile.“

So viel Aberglauben ist schwer zu verdauen. Auch seine Freundin, die Fotografin Jessica Mayer, konnte irgendwann nicht mehr: „Nach dem fünften Besuch bei einem Sterbenden in den Slums hat sie schlapp gemacht.“ Er selbst „hat nach der Rückreise drei Wochen gebraucht, um alles zu verarbeiten“.

Nun kann Peter Schöllhorn alles einordnen. Er nimmt das Leben anders wahr. „Manche Dinge in unserer Welt erscheinen mir plötzlich unwichtig“, sagt er. Natürlich engagiert er sich weiter für Pater Gerhards Care-Center und die Kinder. Auch eine Patenschaft hat er übernommen. Der Pater hat ihm dafür neulich per SMS gedankt: „Peter, ich glaube Gott ist stolz auf dich.“


Blessed Gérard's Care Zentrum · AIDS Behandlung · Hospiz · Kinderheim

(0:21 - 1:25) Pater Gerhard:

 

Wir sind hier in der Republik Südafrika im Bundesland kwaZulu/Natal in Mandeni.

Und das Gebäude, in dem wir unsere Arbeit verrichten, heißt das Blessed Gérard´s Care Zentrum.

Das ist ein Pflegezentrum, ein Sozialzentrum und eine caritative Einrichtung.

 

 

 

(1:27 - 2:15) Wiseman Zulu:

 

Mein Name ist Wiseman Zulu.

Meine Aufgabe hier: Ich bin ein Therapieberater.

Ein Therapieberater nimmt sich um die Patienten an, die Medikamente von uns bekommen.

Nachdem sie die Medikamente hier bekommen haben gehen sie nach Hause.

Aber zu Hause treten verschiedene Probleme auf:

• Einige von ihnen fühlen sich nur isoliert.

• Einige von ihnen haben keine Nahrung.

Ich habe mich um sie zu kümmern, da sie keine Medikamente auf den leeren Magen einnehmen können.

Du musst nur Dein Herz einbringen, auf die Leute zugehen und eine Lösung für diese Probleme sein.

 

 

 

 

(2:22 - 4:02) Dr. Khaya Nzimande:

 

Ich bin Khaya Nzimande.

Ich arbeite hier als Arzt im Hospiz und auch in der HIV-Klinik.

Nun, ich werde gefragt, wie ich mit dem Tod umgehen kann und warum ich mich in so eine deprimierende Umgebung begebe.

Und ich muss zugeben: Am Anfang, vor ich hierherkam, hatte ich auch den Eindruck, dass ich, wenn ich in ein Hospiz gehe, Menschen sterben sehen werde - nun ja - was nützt das?

Aber ich bin nun schon fast acht Jahre lang hier.

Bereits im ersten Jahr änderte ich meine Ansicht über Hospizversorgung und Palliativmedizin.

Wir ändern eigentlich viel am Leben der Menschen.

Menschen, die hierherkommen, waren in der Regel schon im Krankenhaus gewesen und das Krankenhaus hat gesagt: "Wir können gar nichts für dich tun", aber in unserer Organisation teilen wir diese Einstellung nicht.

Wir wissen, man kann immer etwas tun, auch wenn es nur bedeutet, die Symptome einer Person zu lindern und ihre Schmerzen wegzunehmen, sicherzustellen, dass sie sich wohlfühlen.

Das verändert das Leben dieser Menschen wesentlich, auch wenn sie dann doch sterben.

Aber wenn sie im Sterben liegen, können sie sich trotzdem wohlfühlen, lächeln sie, haben sie keine Schmerzen.

Es gibt uns ein Gefühl der Erfüllung, dass wir es dem Patienten zu mindestens ermöglicht haben sich wohlzufühlen.

Und es ist ein Bonus, wenn eine bettlägerige Person kommt und lebendig aus dem Hospiz entlassen wird und in die Familie zurückkehrt. Dann erfahren wir, dass wir zumindest die Lebenssituation dieser Person verbessert haben. Es geht zumeist mehr um ein Gefühl der Erfüllung und der Belohnung als um ein Gefühl von Stolz.

 

(4:09 - 5:31) Hayne Clark:

 

Mein Name ist Hayne Clark und ich bin der Leiter des Kinderheimes hier im Blessed Gérard‘s Pflegezentrum.

In vielen Fällen sind die Kinder, die zu uns kommen, AIDS-Waisen, deren Eltern an AIDS gestorben sind.

Einige von ihnen sind sehr jung, wenn sie aufgenommen werden.

Wenn das Kind seine Eltern verliert ist es traumatisiert, und sie verstehen nicht warum.

Sie begreifen das Konzept von HIV und AIDS nicht wirklich und was passiert ist.

Wenn wir sie aufnehmen, werden sie zuallererst von unseren Betreuerinnen bemuttert, so dass sie sich angenommen fühlen.

Ich fühle mich so, so stolz, wenn unsere Kinder, die durch unsere Hände gingen, in die Welt hinausgehen und etwas aus ihrem Leben machen.

Wir haben uns nicht in den Kopf gesetzt, dass jedermann ein Raketen-Wissenschaftler oder ein Staatsmann wird, sondern nur eine aufrechte Person und dann die Möglichkeit hat zu sagen: Ich habe es geschafft!

Es geht nicht um einen Job. Es ist eine Berufung, und es gibt kein stolzeres Gefühl als ein Kind zu sehen, von dem Sie wissen, dass Sie einen kleinen Beitrag dazu geleistet haben sein Leben zu dem zu machen, was sie sind, wenn sie uns verlassen.

 

 

 

(5:36 - 6:02) Pater Gerhard:

 

Wir helfen hier den Ärmsten der Armen. Das heißt, die haben kein Geld um für die Hilfe, die ihnen gegeben wird, zu bezahlen. Wir haben genügend Leute hier, die die Arbeit tun, wir haben die Infrastruktur, wir haben Gebäude und Fahrzeuge, aber was wir brauchen ist das Geld, um das Ganze am Laufen zu halten. Und deshalb bitten wir die ganze Welt: Bitte helft uns! Füllt uns die Hände mit dem, dass wir den anderen damit helfen können!

 

 

 


Betreuung von AIDS-Waisen in Südafrika (8. Dezember 2015)

Das Bayerische Fernsehen hat am 8. Dezember 2015 um 8:20 Uhr unter dem (etwas irreführenden) Titel „Betreuung von AIDS-Waisen in Südafrika“ einen Kurzbeitrag über unseren Stipendien-Fonds ausgestrahlt.
(Sicher sind auch AIDS-Waisen unter unseren Stipendiaten, aber bei weitem nicht alle davon).
Wir bedanken uns beim Bayerischen Fernsehen und beim Sternstunden e.V. für die Unterstützung!


Interview mit Pater Gerhard Lagleder zum Event des Simbazulanda-Laufs am 22. Mai 2015


Das Antlitz Christi im Nächsten (5. April 2015)


Papst Benedikt XVI. sagte, das Anliegen seines dreibändigen Jesus-Buches sei seine Suche nach dem Antlitz Christi.

Die Suche nach dem Antlitz Christi ist auch der Inhalt des Filmes

Das Antlitz Christi
Die Jesus-Trilogie von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.
von Ingo Langner

Autor und Regisseur Ingo Langner hat sich selbst auf die Suche nach dem wahren „Antlitz Christi“ begeben.

Dabei ging es ihm nicht nur um eine theologische Auseinandersetzung, sondern darum, die Zuschauer auf eine Reise zu entführen, auf denen er das Angesicht Jesu auf unterschiedlichste Weise sichtbar werden lässt:

In der Bibel, im Nächsten, in der Welt, im Anderen, in Bildern und im Gebet.

Ingo Langners Suche hat ihn über Nazareth, Bethlehem, Jerusalem und weiter über Leipzig, Bayern und England bis nach Südafrika und in den Vatikan geführt.

Unterwegs ist er vielen unterschiedlichen Menschen begegnet, u.a. den Kurienkardinälen Kurt Koch und Gerhard Müller, dem Erzbischof Georg Gänswein im Vatikan, der Theologin Prof. Dr. Petra Heldt in Jerusalem, Prof. Dr. Thomas Söding aus Bochum, Dr. Christian Schaller, Herausgeber der Jesus-Bücher in Regensburg, dem Missionsbenediktiner Pater Gerhard Lagleder in Mandeni in KwaZulu-Natal ...

Ingo Langner schrieb uns am 27. März 2015:
„In meinen Interviews ... habe ich jeweils ausführlich vom Care Zentrum erzählt.
Als Antwort auf die Frage, ob ich beim Filmen das Antlitz Christi gefunden habe:
‚Ja, bei den Kranken und Moribunden in der Hl. Messe bei Pater Gerhard‘ war meine Antwort.“

Die "Kleine Zeitung Kärnten" veröffentlichte am 4. April 2015 ein Interwiew von Markus Andorf mit Ingo Langner:

Was hat Sie bei der Produktion am meisten beeindruckt?

Wir haben auch in Südafrika gedreht. Ich habe dort an den morgendlichen Messen von Pater Gerhard Lagleder teilgenommen, der auch im Film eine wichtige Rolle spielt. Jeden Tag sind Kranke und Sterbende in die Kapelle hineingerollt worden und haben mit einer wahnsinnigen Innigkeit den Gottesdienst mitgefeiert. In diesen Momenten ist mir der vom emeritierten Papst oft zitierte Satz Jesu in den Sinn gekommen: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Das war wahnsinnig segensreich für mich.

Sie haben sich mit dem zweiteiligen Film "Das Antlitz Christi" auf die Suche nach Jesus von Nazareth begeben - haben Sie ihn gefunden?

In diesen afrikanischen Gesichtern bei den südafrikanischen Gottesdiensten - ja, da glaube ich, habe ich Christus gesehen.


99. Deutscher Katholikentag in Regensburg 2014 (28.5.2014)

Der Vatikan-Korrespondent der ARD Michael Mandlik lud Pater Gerhard zu einem Live-Interview während der Eröffnungsveranstaltung des 99. Deutschen Katholikentags am 28. Mai 2014 in Regensburg ein.


Pädiatrische AIDS-Behandlung (16.12.2012)

Palliativpflege für AIDS-kranke Kinder im Hospiz

Immer mehr Patienten kommen schon im Kindesalter in das Blessed Gérard's Hospiz in Südafrika. Viele von ihnen werden nur durch medizinische Behandlung am Leben gehalten. Die kleinen Patienten werden auch in ihrer letzten Lebensphase menschlich und respektvoll behandelt.

Dramatische Szenen im Aidshospiz in Südafrika. Muelo und Oveto wollen nach Hause. Doch beide Kinder sind schwerkrank. Sie haben AIDS. Beide überleben nur dank der antiretroviralen Medikamente, die sie im Hospiz bekommen. Doch diese Medikamente sind sehr teuer.

Der bayerische Missionsbenediktiner Pater Gerhard Lagleder gründete mitten in der AIDS-Hochburg, dem Zululand in Südafrika, das Blessed Gérards Care Zentrum, dessen Hauptaufgabe der Betrieb des Hospizes ist. Viele der kleinen Patienten werden in einem erbarmungswürdigen und verwahrlosten Zustand ins Hospiz eingeliefert. Der Zuwachs an Patienten nimmt drastisch zu und viele können ohne teure Medikamente nicht überleben.


Thema: Pater Gerhard - Hilfe für AIDS-Kranke (25.5.2011)

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Sendung vom 25. Mai 2011

Thema: Pater Gerhard - Hilfe für AIDS-Kranke

 



Unbekannt. Hand in Hand. Ist doch Ehrensache (26.3.2011)


Oberpfalz-TV

"Unbekannt - Hand in Hand
Ist doch Ehrensache"

Eine Sendung von Gerhard Beer, ausgestrahlt am 26. März 2011

"Tausende von Ehrenamtlichen in Europa arbeiten unbekannter Weise für das selbe Ziel zusammen: die Missionsstation von Pater Gerhard Lagleder im Zululand in Südafrika zu unterstützen. Der Pater hatte als Missionar die Bruderschaft des Seligen Gerhard gegründet, um Menschen im Zululand zu befähigen, Bedürftigen zu helfen. Hilfe zur Selbsthilfe also. Entstanden ist eine der größten Hilfsorganisationen in Südafrika. Ein Schwerpunkt liegt bei der Betreuung von Aidskranken, aber auch bei der Bekämpfung von Aids. Bei seinen Heimataufenthalten wirbt der gebürtige Regensburger auch in der Oberpfalz für die gute Sache. Es entsteht ein Funke, der überspringt."


Der Feind ist gnadenlos und unsichtbar: Ein Massenmörder namens AIDS (24.3.2011)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/0/0b/Bayerisches_Fernsehen_(2007).svg/602px-Bayerisches_Fernsehen_(2007).svg.png

Fünf Stunden Autofahrt Richtung Süden nach Mandeni

Ausschnitt über Blessed Gérard's Hospiz in Mandeni, Südafrika, aus dem Film Abtprimas Notker Wolf:: Für Sankt Benedikt auf allen Kontinenten von Michael Mandlik. Bayerisches Fernsehen, 24. März 2011


Pater Gerhard zu Gast bei Frank Elstner in der Sendung "Menschen der Woche" am 30. Mai 2009


Pater Gerhard zu Gast bei Frank Elstner in der Sendung "Menschen der Woche" am 30. Mai 2009

 


Frank Elstner: Hallo, guten Abend! Wir melden uns aus dem alten E-Werk in Baden-Baden. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Menschen der Woche. Ich habe interessante Themen, interessante Gäste, die übrigens alle was gemeinsam haben: Alle haben es zu etwas gebracht.


Dann eingeladen habe ich einen Mann, der die weiteste Reise hinter sich gebracht hat. Er kommt aus Südafrika, leitet dort das AIDS-Hospiz in Südafrika, das er auch selbst mitbegründet hat: Pater Gerhard. ... Mein nächster Gast ist sehr weit gereist. Er kommt direkt aus Südafrika.


Südafrika: Autofahrt durch eine Todeszone. In den zahlreichen Siedlungen beiderseits der Fahrbahn tobt ein grausamer Krieg, den wohl kaum jemand hier überleben wird.


Ganze Landstriche sind schon verwaist


und auch in den Industriezentrun, wie hier in Mandeni, droht das Aussterben der gesamten Bevölkerung innerhalb nur einer Generation. Nirgendwo auf der Welt gibt es höhere HIV Infektionsraten.


Und mittendrin eine Station der Barmherzigkeit,


ein Hospiz für AIDS-Patienten im Endstadium.


Frank Elstner: Herzlich willkommen!


Der Missionsbenediktiner Pater Gerhard.


Wenn ich dies richtig gelesen habe, Pater, da gibt's schon einen Heiligen Gerhard.
Pater Gerhard: Es gibt einen Heiligen Gerhard, aber der hat mit uns nichts zu tun. Es gibt den Seligen Gerhard und der Selige Gerhard ist der Gründer des Malteserordens, und der hat vor neunhundert Jahren in Jerusalem den Malteserorden gegründet und nach dem ist auch unsere Organisation benannt. Ich bin auch sehr froh und glücklich, daß dies mein Ordensname geworden ist, weil wir uns den im Kloster selber aussuchen dürfen.
Frank Elstner: Sie sind aber Benediktiner ...
Pater Gerhard: Ich bin Missioonsbenediktiner, richtig ...
Frank Elstner: ... und sind einmal weggeschickt worden. Einmal hat einer Ihrer Chefs gesagt: "Junge, Du mußt ins Ausland!"
Pater Gerhard: Mein Erzabt, der jetzige Abtprimas des Benediktinerordens in Rom, Notker Wolf, hat mich am 6. Januar 1987 ausgesandt in die Mission ins Zululand in Südafrika und da bin ich im Gehorsam mit großer Freude hingegangen.


Frank Elstner: Sie haben dort einen sehr schweren Beruf. Sie haben ein Hospiz gegründet, sie haben Krankenstationen, Schulen. Sie helfen den Menschen. Sie greifen ihnen unter die Arme wo Sie nur können und trotzdem sagen Sie: "Ich möchte mit keinem Menschen auf der Welt tauschen."
Pater Gerhard: Wenn man eine Aufgabe hat wie ich findet man seine Erfüllung darin, daß man seinen Glauben in die Tat umsetzt. Ich sage den Leuten immer, die mich fragen: "Wo nimmst Du die Kraft her, das zu tun, was Du tust?" dann sage ich: "Aus meinem eigenen Glauben heraus, denn ich kann mich als Priester nicht auf die Kanzel stellen und nur fromme Worte predigen, sondern ich muß diese frommen Worte in die Tat umsetzen und den Menschen die Liebe Gottes spürbar machen, indem ich mich um ihn kümmere. Ich sage immer: "wenn mir während der Predigt einer verhungert ist meine beste Predigt nicht gut genug und so muß ich eben beides tun. Es gehört zu den Wesensaufgaben der Kirche, sich um die zu kümmern, denen es schlecht geht auf der Welt. Und das sehe ich als meine ganz persönliche Berufung an und ich bin froh, daß ih diese Berufung bekommen habe und Sie haben recht, es gibt nichts Schöneres und ich möchte wirklich mit niemand in dieser Welt tauschen.


Frank Elstner: Aber wenn Sie in einem Hospiz, wo Sie vierzig Betten haben, diese jungen Menschen sterben sehen, da muß man doch manchmal ein bißchen zweifeln.
Pater Gerhard: Ich habe noch nie gezweifelt. Woran ich zweifle sind die Menschen, aber ich habe noch nie an Gott gezweifelt oder am Schicksal dieser Menschen. Sie müssen wissen: Wenn wir diese Leute aus dem Slum herausholen, der Patient liegt vielleicht in den eigenen Fäkalien, völlig unterernährt, keiner kümmert sich um ihn. Sie müssen wissen, daß der Durchschnitts-Zulu davon überzeugt ist, daß Krankheit durch böse Geister, Verhexung, Verwünschung, Verzauberung hervorgerufen ist und wenn er sich jetzt um einen Kranken kümmert, dann mischt er den bösen Geistern ins Handwerk, und die bestrafen ihn dann. Und deshalb hat er Angst, sich um einen Kranken zu kümmern. Jetzt wenn wir oft zu diesen Kranken in den Busch hinauskommen, sind die völlig am Ende. Und wenn der Patient dann zu uns kommt, in einem sauberen Bett liegt, ordentliche Nahrung bekommt, alle medizinische Versorgung bekommt und dann - ich sage immer: Der erlebt so einen Kulturschock der Liebe, daß er auf einmal wichtig ist, daß ich ihn frage: "Ja, hätten Sie noch gerne eine zweite Scheibe Brot zum Frühstück? Was kann ich sonst noch für Sie tun?", daß sich einer ans Bett hinsetzt, ihm die Hand hält, Verständnis hat für ihn, auch wenn er mal weint und heult und wenn's ihm miserabel geht, einfach bei ihm bleibt, die Hand hält, und wenn ich dann als Priester auch noch mit dabei bin und für ihn oder mit ihm bete, dann ist dies eine wunderschöne Berufung und daraus bekomme ich meine Kraft.


Frank Elstner: Die Kranken, die bei Ihnen sind, sind fast alle AIDS-krank. 80% der Bevölkerung sind dort mit dem HIV-Virus angesteckt. Ist das wirklich so?
Pater Gerhard: Man muß dies relativieren: Landesweit gesehen in der Republik Südafrika sind es etwe ein Drittel. In der Provinz, das ist was hier in Deutschland einem Bundesland entspricht, kwaZulu/Natal sind es etwa zwei Drittel der Bevölkerung und dann gibt es, was wir auf Englisch "pockets of high infection rate" nennen, also endemische Gebiete, in denen die Ansteckungsrate besonders hoch ist und Mandeni hat leider traurige Berühmtheit erlangt als die AIDS-Hochburg der Welt. Schwarz auf Weiß nachweisen kann ich im Januar 2004 76% der HIV-Tests, die positiv ausflielen und etwas später wurden Industriearbeiter in einem Industriegebiet in unserer Nähe durchgetestet. Da warn 88% davon HIV-positiv. Bei uns im Hospiz sterben pro Tag bis zu fünf Patienten. Oft ist das Bett nach gar nicht kalt bis der nächste Patient wieder rein kommt. Das ist wirklich eine schlimme Situation, aber sie ist deshalb nicht so schlimm, weil wir dem Menschen ja helfen, weil er einen guten Tod haben kann, weil er einen Tod hat ohne Schmerzen, weil er einen Tod hat, wo ich mich um ihn kümmere.


Frank Elstner: Könnten Sie den Menschen nicht ein bißchen früher helfen ...
Pater Gerhard: Wenn die kommen würden!


Frank Elstner: Könnten Sie nicht Kondome verteilen?
Pater Gerhard: Es werden viel zu viele Kondome fraglos unters Volk geworfen, aber das Problem ist, daß der Durchschnitts-Schwarze kein Kondom will. Er muß sich ja beweisen, seine Virilität beweisen an der hohen Kinderzahl und das haut mit den Kondomen nicht hin, wenn er die verwendet. Außerdem will er ja für sein Alter vorsorgen und er denkt zumindestens wenn er viele Kinder hat, daß er eben dann im Alter versorgt ist und das ist ein Riesenproblem. Es gibt bei uns schon so eine Pro-Kopf-Rente, aber die ist zu wenig, um zu überleben und zu viel, um zu sterben und damit kann man nicht überleben, auch im Alter nicht und dies ist ein riesengroßes Problem.


Frank Elstner: Sind Sie denn der Meinung, daß die Katholische Kirche denn genug tut, um aufzuklären?
Pater Gerhard: Man kann gar nicht genug tun, um aufzuklären. Wir müssen dies mit ganz enormer Vehemenz tun. Wir tun dies auch selber. Es ist Teil unserer Aufgabe, die Leute aufzuklären, a. über die Wirklichkeit: Wo kommt die Ansteckung her? Wie kann ich mich anstecken? Wie kann ich diese Ansteckung verhindern, aber dann auch die Leute aufzuklären, wie kannst Du trotz dessen daß Du HIV-positiv bist, positiv leben? Und dies ist das Allerwichtigste, daß der Patient die Infektion nicht weiterträgt und zum dritten ist es ganz wichtig: Wir wissen, oder vielleicht wissen es doch viele nicht, daß sich bei jedem Geschlechtsverkehr die Virenzahl im Körper hochschaukelt. Wenn also ein HIV-Positiver mit einem anderen HIV-Positiven Geschechlechtsverkehr hat, dann steigt die Virenladung an. Aber das große Problem mit den Kondomen ist, wenn das Kondom einfach so als Patentlösung verkauft wird und, wie ich schon sagte, wenn die Kondome unters Volk geworfen werden, dann fühlt sich der Mensch in einer falschen Sicherheit und meint: "Es ist ganz egal wie ich mich sexuell benehme. Es kann mir ja eh' nichts passieren." Aber dies ist leider ein Trugschluß weil auch die Qualität der Kondome in unseren Breiten leider sehr schlecht ist.


Frank Elstner: Dort unten leben so furchtbar viele arme Menschen und trotzdem ist das älteste Gewerbe der Welt florierend. Man spricht von "sugar daddies". Das kenne ich eher aus Romanen und aus Hollywood-Filmen. Das scheint da unten an der Tagesordnung zu sein. Wie kommt es dazu?
Pater Gerhard: Es war einmal ein Doktorand der University of Berkeley in Kalifonien bei uns, um herauszufinden, warum ist Mandeni die AIDS-Hochburg der Welt? Und er ist zu zwei Schlüssen gekommen, nämlich a. es sei die Ungleichheit der Geschlechter und b. es sei die Armut. Wie sich das auswirkt ist, daß viel weniger Frauen Arbeit haben und daß die Frauen, die arbeiten, weniger verdienen als die Männer und damit haben die Männer das Geld in der Tasche und die Frauen haben nichts und die geben sich eben dann dem ältesten Gewerbe der Welt hin und zwar nicht in der Art so mit dem Handtäschchen an der Straßenecke zu stehen, sondern dies sogenannte "sugar daddy"-System und das heißt: "Ich miete mir, oder ein Geschlechtspartner mietet mich mittelfristig an und die Leute haben dann so für ein paar Monate oder ein Jahr einen Freund, aber einer eicht nicht. Jetzt brauche ich einenzweiten und einen dritten und einen vierten. Der eine zahlt das Schulgeld für die Kinder, der andere zahlt meine Lebensmittel, der dritte zahlt mir die Miete und der Vierte zahlt die Kleidung und auf diese Art und Weise ist bei uns die Promiskuität extrem hoch und damit haben wir natürlich diese extrem hohen AIDS-Raten, über die wir überhaupt nicht stolz sind, sondern im Gegenteil, die uns unheimliche Sorgen bereiten.


Frank Elstner: Wie bringen Sie das Geld zusammen für all das, was Sie Gutes tun?
Pater Gerhard: Ich bin Bettler von Beruf, d.h. ich muß um Spenden bitten. Wir bekommen keinerlei Zuschüsse von der Regierung. Die Regierung kann ihre eigenen AIDS-Programme nicht ausreichend finanzieren, d.h. wir müssen rein aus Spenden leben und das tun wir. Also, wir betreiben internationale Spendenwerbung und ich bin sehr stolz auch sagen zu können, daß wir dreißig Prozent unserer Spendeneinnahmen aus Südafrika selber bekommen, weil wir ganz bewußt auch eine Organisation geschaffen haben die nicht vom Ausland allein abhängig ist, wie dies leider so viele andere Organisationen sein müssen und wir haben also auch Rüchhalt im Land selbser.
Frank Elstner: Vielleicht können wir all denjenigen, die ihre Augen jetzt nach Südafrika lenken wegen der Fußball-WM den Tipp geben, vielleicht ma über Sie sich zu erkundigen, bei Ihnen vorbeizuschauen. Vielleicht bleibt ja von dem Kartengeld ein Bißchen etwas für Sie übrig.
Pater Gerhard: Das wäre schön!
Frank Elstner: Ich würde es Ihnen von ganzem Herzen wünschen. Gibnt es irgendetwas, was Ihnen noch am Herzen liegt, was Sie loswerden möchten?
Pater Gerhard: Was ich loswerden will ... außer unserer Kontonummer, ich weiß nicht, ob dies vom SWR her erlaubt ist ...
Frank Elstner: Es ist erlaubt.
Pater Gerhard: Es ist erlaubt! Ja, das wäre die Kontonummer 12021 - ich wiederhole: 12021 - un die ist bei der Sparkasse Neuburg-Rain und ie Bankleitzahl weiß ich nie auswendig. Das ist die 72152070 - ich wiederhole: 72152070 - und da bekommen Sie auch eine Spendenquittung, wenn Sie uns den Absender geben.


Frank Elstner: Ich bin ganz sicher: Der ein oder andere wird jetzt zuhören und wir werden die Kontonummer natürlich auch einblenden. Also es wird so sein, daß Sie mit Sicherheit ein bißchen was dazubekommen. Dankeschön! Vielen herzlichen Dank! Ich möchte Sie noch nicht gleich wegschicken hier, weil wir werden nachher nochmal über Afrika sprechen. Auch meine Gäste, die ich jetzt noch habe, haben ihren Blick schon nach Afrika gerichtet. Ich möchte nur von Ihnen wissen, wie oft kommen Sie iegentlich nach Deutschland zurück?
Pater Gerhard: So ungefähr alle zwei-drei Jahre.
Frank Elstner: So lange sind Sie dann immer weg?
Pater Gerhard: Ja. ja, ich muß ja auch etwas arbeiten.


Frank Elstner: Und sie können mit den Einheimischen in ihrer Sprache sprechen?
Pater Gerhard: Selbstverständlich!
Frank Elstner: Sie kommen aus Regensburg ...
Pater Gerhard: Ja. richtig!
Frank Elstner: ... sind als junger bayerischer Geistlicher nach Afrika gegangen ...
Pater Gerhard: Ja.
Frank Elstner: Und können Sie sich jetzt mit einem Zulu unterhalten?
Pater Gerhard: Selbstverständlich kann ich das.


Frank Elstner: Stellen Sie sich doch mal vor ich bin Zulu. Wie reden Sie mit mir?
Pater Gerhard: Hawu, sawubona Mnumzane! Ngiyajabula kakhulu ukuthi wangimema ukuthi ngizokhuluma nani mayelana neNculaza enangisimuAfrika. Sifanele ukucabanga enqondweni lethu ukuthi sifanele ukuvimbela lesisifo ngempela. (Guten Tag, mein Herr! Ich freue mich sehr darüber, daß Sie mich eingeladen haben, daß ich mit Ihnen über AIDS in Afrika spreche. Wir müssen in unserem Geist Gedanken schmieden, daß wir diese Krankheit wirklich verhindern müssen.)


Frank Elstner: Man muß Sie sofort bei der Deutschen Welle unterbringen! Sensationall! Vielen herzlichen Dank, Pater Gerhard!


Pater Gerhard: Ich danke Ihnen!


Frank Elstner: Wer nichts fragt, erfährt nichts!


 ... Ein wunderschönes Wochenende! Erholen Sie sich gut! Bis zum nächsten Samstag!


Südafrika: Autofahrt durch eine Todeszone (26.12.2007)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/0/0b/Bayerisches_Fernsehen_(2007).svg/602px-Bayerisches_Fernsehen_(2007).svg.png

Südafrika: Autofahrt durch eine Todeszone

Ein Filmbericht - aufgenommen im Februar 2007, gesendet am 26. Dezember 2007 - über die Südafrikanische Hilfsorganisation des Malteserordens, die Brotherhood of Blessed Gérard
Die Reportage zeigt die Arbeit der Südafrikanischen Malteser im Blessed Gérard's Care Zentrum in Mandeni und konzentriert sich auf dessen beide Hauptprojekte: Blessed Gérard's Hospiz und Blessed Gérard's Kinderheim.


Chancen für Afrika im Kampf gegen AIDS (28.11.2004)

http://www.heidelberg-debating.de/sites/default/files/images/tv-touring_logo.jpg

Chancen für Afrika
im Kampf gegen AIDS

 
Chancen für Afrika im Kampf gegen AIDS -
28. November 2004:
ZU GAST -
Der Missionsbenediktiner Gerhard Lagleder leitet in Südafrika ein Hospiz für Aidskranke.
Seit Jahren arbeiten er und seine Mitbrüder gegen die Seuche Aids.
Häufig recht unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in Mitteleuropa.
Welch bedrohliche Auswirkungen die Immunschwächekrankheit hat, das wird zum Weltaidstag am 1. Dezember deutlich.
Ob es für Afrika Chancen gibt im Kampfs gegen Aids, darüber sprach Andrea Haagn mit Pater Gerhard in Würzburg.
Andrea Haagn stellt den bayerischen Benediktinerpater Gerhard Lagleder vor, der schon seit 18 Jahren Hilfsprojekte in Südafrika betreut.


<font color="#990033">ZU GAST - Der Missionsbenediktiner Gerhard Lagleder leitet in Südafrika ein Hospiz für Aidskranke.
Seit Jahren arbeiten er und seine Mitbrüder gegen die Seuche Aids.
Häufig recht unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in Mitteleuropa.
Welch bedrohliche Auswirkungen die Immunschwächekrankheit hat, das wird zum Weltaidstag am 1. Dezember deutlich.
Ob es für Afrika Chancen gibt im Kampfs gegen Aids, darüber sprach Andrea Haagn mit Pater Gerhard in Würzburg.</font>
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Brotherhood of Blessed Gerard, Südafrika Brotherhood of Blessed Gérard, Südafrika (26MB)
Wir bedanken uns bei Gerhard Petter und der Malteser Jugend Würzburg für diesen freundlichen Service!

 

Andrea Haagn stellt den bayerischen Benediktinerpater Gerhard Lagleder vor, der schon seit 18 Jahren Hilfsprojekte in Südafrika betreut.

<font size="4">88 Prozent beträgt die AIDS-Rate in manchen Gebieten im Zululand in Südafrika. 4.000 Menschen infizieren sich pro Tag auf dem schwarzen Kontinent mit dem Virus. In der Provinz kwaZulu/Natal, dort wo Pater Gerhard Lagleder arbeitet, sterben bis zu sechs Babies jeden Tag an AIDS. Seit 1996 gibt es deshalb das Hospiz des Seligen Gerhard. Aus einer Malteserleidenschaft heraus hat es der Benediktinerpater gegründet, denn für eine Gesamtbevölkerung von rund 100.000 Menschen im Gebiet von Mandeni gibt es weder Krankenhaus noch Altenheim, nur eine Hand voll Ärzte. Viele Familien sind nicht in der Lage, sich um ihren kranken Angehörigen zu kümmern. Auch viele Babies und Kleinkinder werden im Hospiz und im Gesundheitscentre des bayerischen Benediktinerpaters betreut. Für sie gibt es medizinische Hilfe, ausgewogene Ernährung und menschlichen Beistand. Regelmäßig ist Pater Gerhard auch unterwegs, hunderte von Kilometern zu den Kranken in den Hütten. Medizinische Betreuung, aber vor allem Aufklärungsarbeit über HIV und AIDS sind die Hauptaufgaben von Pater Gerhard und seinen Mitarbeitern. Viel Arbeit, die noch vor ihm liegt und viele Menschen, die auf seine Hilfe hoffen.</font>

(Andrea Haagn):
Pater Gerhard, Sie leben in Südafrika im Zululand, in dem es mit über 70 Prozent HIV positiv Kranker eine der weltweit höchsten AIDS-Raten gibt. Welche Folgen hat das für die Region?

(Gerhard Lagleder · Benediktinerpater in Südafrika):
Es hat katastrophale Folgen weil einfach eine unendlich große Zahl von Menschen an AIDS leidet und jeder weiß, dass AIDS eine unheilbare Krankheit ist, das heißt, dass ein Großteil der Bevölkerung sterben wird und das hat natürlich nicht nur menschliche Folgen, sondern auch volkswirtschaftliche Folgen, dass Fabriken zum Beispiel laufend neue Arbeiter schulen müssen, um in die Fußstapfen der anderen zu treten, die wie die Fliegen am laufenden Band wegsterben.

Was sind denn die Gründe für diese immens hohen Zahlen an AIDS-Kranken?

Einer der Gründe ist ganz sicher die Armut der Menschen. Bei uns gibt's ein ganz großes Problem der gender inequality, das heißt der Ungleichheit der Geschlechter, dass Frauen oft für dieselbe Arbeit wesentlich weniger verdienen oder überhaupt keinen Beruf haben und die müssen eben dann dazuverdienen und das tun sie im horizontalen Gewerbe und damit ist natürlich die Ansteckungsrate extrem hoch. Viele müssen dann, um zu überleben, mit mehreren Männern gleichzeitig Verhältnisse unterhalten, die ihnen dann das Geld geben, dass sie ihre Kinder ernähren können, dass sie die Miete bezahlen können, etwas zum Essen kaufen können und die sind ja dann auch wieder nicht treu. Also es gibt schon eine unheimlich große Promiskuität und das ist ganz sicher der Faktor, der Hauptfaktor, warum die AIDS-Rate bei uns extrem hoch ist.

Sie versuchen seit siebzehn Jahren diese immensen sozialen und menschlichen Probleme zu lösen. Wie helfen Sie?

(Gerhard Lagleder leitet ein Hospiz für Aidskranke):
Wir haben inzwischen in diesen zwölf Jahren seit ich eine Hilfsorganisation dort gegründet habe, die südafrikanischen Malteser, die wir nach dem Gründer des Malteserordens die Brotherhood of Blessed Gérard nennen ... Wir haben in diesen zwölf Jahren zwölf Projekte aufgebaut. Wir haben ein großes Hospiz, das größte Südafrikas. Wir haben 40 Betten und im angeschlossenen Kinderheim nochmal 40 Betten also ein 80-Betten-Haus. Wir betreiben eine Klinik für unterernährte Kleinkinder und Säuglinge. Wir haben ein Entwicklungshilfezentrum, in dem wir arbeitslose Frauen und auch Männer zu Schneidern und Schneiderinnen ausbilden, damit sie eben nicht sich durch Prostitution das Geld verdienen müssen. Wir haben einen Erste Hilfe- und Notdienst eingerichtet. Wir betreiben Nothilfe, wenn Leute in große Not geraten sind. Wir haben ein großes AIDS-Aufklärungsprogramm, weil dies ein ganz wesentlicher Faktor ist, die Leute zu warnen, dass sie sich eben nicht anstecken, bzw. wenn sie angesteckt sind, wie sie positiv mit AIDS leben können. Wir haben einen Kindergarten, der überfüllt ist, und viele andere Projekte, mit denen wir einfach versuchen die Not der Menschen dort zu lindern.

Sie kümmern sich als katholischer Ordenspriester auch um AIDS-Prävention, wie sie vorher gesagt haben, das heißt konkret Kondome als eine Schutzmöglichkeit gegen die Immunschwächekrankheit. muss da Ihrer Meinung und Erfahrung nach die Kirche noch viel viel offensiver werden?

(Gerhard Lagleder · Benediktinerpater in Südafrika):
Man kann in der AIDS-Vorbeugung gar nicht offensiv genug sein. Allerdings ist es ein Ammenmärchen zu meinen, dass Kondome der einzige Schutz seien. Im Gegenteil: Wir sagen im Einklang jetzt sogar mit der Regierung in Südafrika, dass die Leute in erster Linie abstinent leben sollen. Dort, wo dies nicht möglich ist, dass sie ihrem Partner treu sein sollen und wo auch das nicht möglich ist, dass sie dann wenigstens ein Kondom verwenden. Und ich sage den Leuten immer: "Wenn ihr Ehebruch begeht ist es eine Sünde und das ist nicht richtig, aber wenn ihr Ehebruch ohne Kondom begeht ist die Sünde noch viel schlimmer!"

In Bayern könnten sie ein relativ beschauliches Leben als Ordenspriester führen. Was treibt sie nach Südafrika und was treibt Sie dort an?

Ich denke ich muss mit dem Heiligen Paulus sprechen, der sagt: Die Liebe Christi drängt uns. Und ich kann einfach als Pfarrer nicht mich vor eine Gemeinde hinstellen und denen vom lieben Gott predigen, wenn mir die Leute zur selben Zeit verhungern. Und von daher muss ich eben die Liebe Gottes den Menschen einfach zeigen, nicht nur im Wort predigen, sondern in der Tat verkünden. Und ich denke, dass das das Wichtige ist. Und was mich wirklich treibt ist einfach die Not der Menschen, auf die ich antworten muss. Ich könnte nicht ruhig leben, wenn ich da zuschauen würde, sondern ich muss was tun. Gott hat mir Talente gegeben. Gott hat mir zwei Hände und einen gesunden Kopf gegeben und die muss ich alle einsetzen, um damit den Menschen zu helfen.

Vielen Dank, Pater Gerhard Lagleder, für dieses Gespräch und alles alles Gute für Ihre Arbeit wünschen wir Ihnen. Dankeschön!


<font color="#FFFFFF">Wenn Sie Pater Gerhard helfen wollen:
Bruderschaft des Seligen Gerhard e.V.
Sparkasse Neuburg-Rain
Kontonummer 12021
Bankleitzahl 721 520 70
</font>

Ein Hauch von Hollywood

Dreharbeiten in der Würzburger Malteser-Geschäftsstelle

Würzburg, 07.10.2004 [GePe]

Pater Gerhard Lagleder (OSB), Präsident der südafrikanischen Malteser und "Urgestein" der bayerischen Malteser Jugend wurde im Rahmen seines Heimaturlaubs für einen Fernsehbericht über sein Aids-Hilfe-Projekt in Südafrika interviewt. Andrea Haagn vom Sankt Michaelsbund führte das Interview - natürlich bei den Maltesern. Gesendet wird der Beitrag am Sonntag, 28.11.2004 in der Reihe Immer wieder Sonntags, Sendezeiten und Kanäle siehe Link.


AIDS - Der vierjährige Thembinkosi stirbt (9.4.2002)

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AIDS -
Der vierjährige Thembinkosi stirbt

 
AIDS-Reportage Südafrika
9. April 2002:
Blessed Gérard's Hospiz in Mandeni / Südafrika, der AIDS Hochburg der Welt, ermöglicht Kindern und Erwachsenen ein würdevolles Sterben.

Der deutsche Fernsehkanal ProSieben sendete am 9. April 2002 in seinem SAM Programm eine sehr bewegende Reportage über unsere Arbeit.

Redaktion: Sabine Albersdörfer · Länge: 7:50 min

 

AIDS

Bei uns in Deutschland wird über die tödliche Immunschwäche eigentlich kaum noch gesprochen. In Afrika rafft sie aber einen ganzen Kontinent dahin. Jede Woche sterben in Südafrika fast tausend Menschen an den Folgen von AIDS. Schon im vergangen Jahr waren wir dort und besuchten den dreijährigen Thembinkosi und seine Mutter. Beide hatten Aids. Die Mutter bereits im Endstadium und sie starb auch bald nach unseren Dreharbeiten an der tödlichen Krankheit. Noch vor ihrem Tod hat sie ihren kleinen Jungen in ein Hospiz gebracht und gesagt: "Kümmert Euch um ihn bis auch er stirbt!"

Thembinkosi stöhnt vor Schmerzen. Der 3jährige wiegt nur noch zehn Kilo. Immer öfter quälen ihn Fieberschübe. Sein kleiner Körper kämpft gegen eine unheilbare Krankheit: Thembinkosi hat Aids. Aids im Endstadium.

Schwester Sindi, pflegt Thembinkosi „ Es bricht einem das Herz, wenn man ein kleines Kind mit solchen Schmerzen sieht. Thembinkosi weiß ja nicht, was mit ihm passiert. Er kann sich ja noch gar nicht richtig ausdrücken.“

Thembinkosis Mutter Khululiwe. Vor einem Jahr war sie im gleichen Zustand wie ihr Sohn jetzt: Aids im Endstadium. Bei Thembinkosi war die Krankheit damals noch nicht ausgebrochen.

Jetzt ist er kaum wiederzuerkennen: völlig abgemagert, kann kaum noch sprechen.

Khululiwe starb wenige Wochen nach diesen Filmaufnahmen. Die junge Frau schien schon zu ahnen, dass ihr Leben bald zu Ende geht.

Khululiwe, 18, starb vergangenen Oktober „Ich habe unglaubliche Schmerzen, bekomme kaum noch Luft und kann nicht mehr aufstehen. Ich weiß, dass ich bald sterben muss – und ich weiß, dass auch mein Sohn bald sterben wird.“

Und doch: wie viele der Patienten hier, hatte auch Khululiwe einen würdevollen Tod. Musste nicht, wie die meisten Aidskranken in Südafrika, jämmerlich zugrunde gehen.

Bis zuletzt erfuhr sie Liebe: im Hospiz von Pater Gerhard Lagleder. Seit gut fünf Jahren widmet der Mönch aus Bayern sein Leben den Menschen, die niemand mehr will: den Todkranken von KwaZulu Natal.

Pater Lagleder, sorgt für Aids-Kranke "Es ist eine AIDS-Hölle. Es ist ein Platz in dem AIDS so überhand genommen hat und das Problem ist, dass die Krankenhäuser völlig überfüllt sind. Die Krankenhäuser können mit den Patienten nicht mehr zurecht kommen und wenn die Krankenhäuser dann sehen 'Also dem können wir eh nicht mehr helfen' dann schicken sie die Leute einfach heim."

Sindi hat Thembinkosis Mutter Khululiwe bis zum Tod begleitet. Und jetzt tut sie alles, um den letzten Willen der Verstorbenen zu erfüllen.

Sindi: “Bevor Thembinkosis Mutter starb hat sie uns alle gebeten, dass wir uns um Thembinkosi kümmern. In den letzten Tagen vor ihrem Tod wollte Khululiwe ihren Sohn ständig bei sich haben.“

Kümmert Euch um Thembinkosi. Diesen Wunsch hat sich Sindi zu Herzen genommen. Sie tut alles, um die Schmerzen des Jungen zu lindern. Doch anders als in Europa, sind Medikamente für Aidskranke hier knapp.

Eines gibt es im Sterbehospitz im Überfluß: die Liebe für den Patienten.

Sindi: „Im Moment interessiert sich Thembinkosi für nichts, aber es gefällt ihm, wenn man ihn in den Arm nimmt und ganz fest drückt. Er hat früher schon immer gerne gekuschelt und war sehr liebesbedürftig. Und jetzt braucht er das natürlich umso mehr.“

Thembinkosi: noch vor wenigen Monaten war er ein kräftiger, aufgeweckter Junge.

Doch schon damals war klar: sein junges Leben wird nur von kurzer Dauer sein.

Kindern wie Thembinkosi zu helfen, dass hat sich auch Clare vorgenommen. Die Südafrikanerin hat das Sterbehospiz mitbegründet. Und sie weiss, diese Kinder brauchen Hilfe. Kinder wie Bongani. Der einjährige hat [Vater und] Mutter durch Aids verloren, ist [möglicherweise] selbst HIV-positiv. Die kleine Hope: sie lebt seit [kurz nach] ihrer Geburt im Hospiz. Ist Aids [bzw. Sozial-]waise.

Flora: sie wurde von ihren Eltern vernachlässigt. Hier ist sie glücklich. [Ihr Vater starb an AIDS.]

Damit sich diese Kinder künftig noch wohler fühlen, soll hier in wenigen Wochen ein Kinderheim entstehen.

Clare Kalkwarf, kümmert sich um Aids-Waisen „Im Moment sind die Kinder noch im Hospiz untergebracht. Denn eigentlich hatten wir hier ja nie eine Kinderabteilung geplant. Sie ist sozusagen von selbst entstanden. Einfach dadurch, dass viele Mütter hier an Aids sterben und ihre Kinder dann alleine zurückbleiben.“

Hier in der hügeligen Landschaft von KwaZulu Natal ist die Lebenserwartung gering.

In den Slums bestimmen Elend und Gewalt den Alltag. Aids verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Thembinkosis Mutter ist wurde wahrscheinlich bei einer Vergewaltigung mit dem HIV-Virus infiziert. Bei der Geburt wurde ihr Sohn ebenfalls mit dem Aidsvirus infiziert. Erst seit kurzem gibt es ein Medikament, das dies verhindert.

Sindi, hofft auf Hilfe für Aids-Kranke “Das ist ein ernstes Problem in Südafrika. Wir hoffen, dass die Regierung das lebensrettende Medikament Nevirapine bald allen Müttern zur Verfügung stellt. Dieses Medikament verhindert, dass sich Aids bei der Geburt von der Mutter auf das Kind überträgt.“

Auch Thembinkosi hätte das Medikament retten können. Doch jetzt ist es zu spät.

Heute morgen isst er zum ersten mal seit einer Woche wieder. Doch schon nach wenigen Bissen ist der Kleine völlig erschöpft.

Bis zu 300 Menschen werden in KwaZulu Natal täglich beerdigt.

Wenn kein Wunder geschieht, wird sich diese Zahl bald verdreifachen.

Lagleder, „Engel der Todkranken“ : "Ich vergleiche die AIDS-Situation hier in Südafrika oft mit dem Schiff der Titanic. Es sind etwa 10 %, die nicht HIV-positiv sind und das wären die Leute, die in den Rettungbooten sitzen und die anderen 90 % die gehen unter. Machen kann man nichts.

Das einzige was man tun kann ist dass man das tut was von der Titanic erzählt, nämlich dass dieses Orchester noch gespielt hat, dass wir versuchen den Menschen in ihrer schlimmen Situation die Hand zu reichen, zeigen, Du bist nicht allein, Du bist geborgen, Du stirbst nicht allein."

Jeder Tag im Hospiz beginnt mit einem Gottesdienst. Die meisten Patienten nehmen daran teil.

Für den Aidsjungen Thembinkosi ist es einer der letzten Besuche. Von Tag zu Tag verliert er mehr Gewicht.

Hier auf dem nahegelegenen Friedhof soll der todkranke Thembinkosi einmal seine letzte Ruhe finden. Das hat sich seine Mutter so gewünscht.

Alle wissen: Thembinkosis Zeit ist begrenzt. Doch in dieser Zeit soll es ihm an nichts fehlen.

Sindi, pflegt Thembinkosi „Im Moment braucht er Liebe, ganz viel Liebe und Pflege. Und ich bete, dass Gott ihm hilft.“

Der kleine Junge ist eines von tausenden Kindern, die hier in Südafrika an Aids sterben. Nur drei Tage nach unserem Besuch ist Thembinkosi für immer eingeschlafen.


<font size="4">A</font><font size="4">m 12. Februar 2002 </font><font size="4">konnte Thembinkosi's Mutter ihn wieder in die Arme schließen - im Himmel.</font>

<font size="4">Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leute ihnen, laß sie ruhen in Frieden</font><font size="4">!</font>


Eine unvergängliche Bruderschaft (2002)

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Eine unvergängliche Bruderschaft

 
Die Brotherhood of Blessed Gérard im Zululand / Südafrika:
Eine unvergängliche Bruderschaft.
(Videofilm von P. Martin Trieb OSB, gedreht 2001, Premiere 2002.)
Aus dem Mund des Seligen Gerhard, des Gründers des Malteserordens, ist uns überliefert:
"Unsere Bruderschaft wird unvergänglich sein, weil der Boden, auf dem diese Pflanze wurzelt, das Elend der Welt ist -
und weil, so Gott will, es immer Menschen geben wird, die daran arbeiten wollen, dieses Leid geringer, dieses Elend erträglicher zu machen."
Die Brotherhood of Blessed Gérard im Zululand / Südafrika lässt dieses Charisma heute wiederaufleben im Blessed Gérard's Pflege-, Sozial-und Hospiz-Zentrum, Kinderheim, Entwicklungshilfe-Zentrum (Nähschule), Kindergarten, Hungerhilfe, AIDS-Aufklärung, Krankenfonds, Zivil- und Katastrophenschutz, Nothilfe, Erste Hilfe und Notdienst, Seniorenclub und Stipendien-Fonds.
Dieser Film gibt einen Einblick in die Hilfsprojekte.
Weitere Information bei:
www.bbg.org.za


AIDS-Reportage Südafrika (19.4.2001)

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AIDS-Reportage
Südafrika

 
AIDS-Reportage Südafrika
19. April 2001:
Der dreijährige Thembinkosi und seine Mutter sind als Patienten im Blessed Gérard's Hospiz in Mandeni / Südafrika:
Khululiwe ist erst 15, als sie Mutter wird.
Besonders tragisch:
Die junge Frau ist bereits mit dem tödlichen Virus HIV infiziert und so kommt auch ihr Baby mit dem tödlichen Erreger zur Welt.
Sehen Sie jetzt das Schicksal einer kleinen Familie aus Südafrika, einem Land, in dem immer mehr Kinder an AIDS sterben.


AIDS-Reportage Südafrika

von Philipp Hahn

Datum: 19.4.2001

Länge: 9 Minuten 20 Sekunden

 

Khululiwe ist erst 15, als sie Mutter wird. Besonders tragisch: Die junge Frau ist bereits mit dem tödlichen Virus HIV infiziert und so kommt auch ihr Baby mit dem tödlichen Erreger zur Welt. Sehen Sie jetzt das Schicksal einer kleinen Familie aus Südafrika, einem Land, in dem immer mehr Kinder an AIDS sterben.

Thembinkosi ist erst dreieinhalb Jahre alt. Seinen vierten Geburtstag wird er nicht erleben. Er hat Aids. Wie seine Mutter Khululiwe. Die junge Frau ist 18. Ihre Organe sind schon stark angegriffen. In ein paar Wochen wird sie tot sein. Aids-Medikamente, die ihr Leben verlängern könnten, gibt es zwar, sie sind aber für fast alle Südafrikaner unbezahlbar.

Khululiwe, 18, hat Aids im Endstadium: "Ich habe wahnsinnige Schmerzen, bekomme kaum Luft und kann nicht mehr aufstehen. Ich weiß, dass ich bald sterben muss – und ich weiß, dass auch mein Sohn bald sterben muss.“

Khululiwe und Thembinkosi leben hier. Und hier werden sie auch sterben, inmitten sanfter Hügel. In einer scheinbar heilen Welt. Doch diese Welt ist die AIDS-Hölle von Südafrika.

Philipp Hahn, s.a.m.-Reporter: "Hier stirbt ein ganzes Land. Jeder fünfte Südafrikaner hat sich mittlerweile mit dem tödlichen Virus angesteckt. Hier in der Region kwaZulu-Natal sind von drei Millionen Menschen schon zwei Millionen infiziert und in einigen Gebieten sind sogar unfaßbare 90% HIV-positiv. Nirgendwo sonst auf der Welt breitet sich die Epidemie so rasant aus wie hier."

Aber nur wenige haben den aussichtslosen Kampf gegen den Tod aufgenommen. Zu ihnen gehört Pater Gerhard Lagleder, den wir in seinem Hospiz in Mandeni treffen. Seit vier Jahren widmet der Mönch aus Bayern sein Leben den Sterbenden von KwaZulu Natal.

Unterstützt wird er dabei von etwa zehn ehrenamtlichen Helfern [pro Schicht / insgesamt 436], die er selbst ausgebildet hat.

  Zusammen pflegen sie die Todkranken. Tag für Tag, Nacht für Nacht. Doch es bleibt ein verzweifelter Kampf.

Pater Gerhard Lagleder, 45, sorgt für Aids-Kranke: "Es ist eine AIDS-Hölle. Es ist ein Platz in dem AIDS so überhand genommen hat und das Problem ist, dass die Krankenhäuser völlig überfüllt sind. Die Krankenhäuser können mit den Patienten nicht mehr zurecht kommen und wenn die Krankenhäuser dann sehen 'Also dem können wir eh nicht mehr helfen' dann schicken sie die Leute einfach heim."

Doch das Leid dieser Menschen wird Pater Gerhard und seine Helfer nie mehr los lassen. Sie nehmen die Patienten auf, die keiner mehr haben will. Weit über 500 Menschen haben sie schon in den Tod begleitet.

Die drei Frauen in diesem Krankenzimmer gehören inzwischen auch dazu. Der Aids-Tod holt sie fast zur gleichen Zeit - wenige Tage, nachdem diese Aufnahmen entstanden sind.

Sie hieß Peacky. Im März kam sie ins Hospiz. Ihre Diagnose: Aids und Magenkrebs. Sie stirbt kurze Zeit später im Alter von 36 Jahren.

Neben ihr Pinky. Diagnose: Aids im Endstadium. Sie wird nur 22.

Und Nonhlanhla. Diagnose: Aids mit Tuberkulose. Sie ist 29, als sie der Tod von ihren Qualen erlöst.

Khululiwe und ihr Sohn Thembinkosi sind vielleicht schon die nächsten. Aber – so makaber es klingen mag – sie haben Glück. Denn sie gehören zu den wenigen, die in würdevoller Umgebung sterben dürfen. Bis zum Ende wird sich Pater Gerhard um Mutter und Sohn kümmern. Sie müssen nicht jämmerlich zugrunde gehen wie fast alle anderen in den Slums von KwaZulu Natal.

Pater Gerhard Lagleder, 45, pflegt die Todkranken: "Es ist eine Katastrophe vor der wir stehen. Eine Katastrophe, die man nicht aufhalten kann. Eine Katastrophe, für die es keine Behandlung gibt. Ich denke, es gibt nur eine Behandlung dafür und das ist die der liebenden Zuneigung."

Und die gibt es nicht in den Slums, wo Leid und Elend das Leben bestimmen. Gerade hier, in den Armenvierteln verbreitet sich die Seuche Aids fast unaufhaltsam. Verantwortlich dafür sind vor allem die Unwissenheit und die Gewaltbereitschaft der Männer.

Philipp Hahn: "Viele südafrikanische Männer glauben beispielsweise, dass sie sich selbst von AIDS heilen können indem sie mit einer Jungfrau schlafen. Dieser wahnwitzige Irrglaube trägt mit dazu bei, dass jährlich zehntausende Mädchen vergewaltigt werden und um die Opfer dieser sexuellen Gewalt kümmert sich niemand. Lediglich Versicherungskonzerne haben bislang versucht an dieser traurigen Tatsache etwas zu ändern. Sie wollten für umgerechnet vier Mark eine Versicherung anbieten, die die Arztkosten nach einer Vergewaltigung übernimmt. Aber in Slums wie diesem hier kann sich das keine Frau leisten."

Hinzu kommt: Frauen zählen nicht viel in der Gesellschaft der schwarzen Südafrikaner. Nicht einmal in der Familie. Da fällt Gegenwehr schwer. Eindeutige Sprüche wie „zwei Bier und sie gehört Dir“ werden oft wie selbstverständlich in die Tat umgesetzt.

Auch Khululiwe ist wahrscheinlich ein Vergewaltigungsopfer, und ihr Sohn womöglich ein Vergewaltigungs-Ergebnis. Die todkranke Frau will das nicht bestätigen. Aber sie bestreitet das auch nicht.

Vorsichtig fragen wir sie, ob sie ein Opfer von sexueller Gewalt ist. Ihre Antwort kommt nur sehr zögerlich:

„Darüber will ich nicht sprechen.“

Khululiwe ist kein Einzelfall. Insgesamt – so schätzen Experten – werden in Südafrika jährlich eine Million Frauen Opfer sexueller Gewalt. Statistisch gesehen wird jede Südafrikanerin in ihrem Leben zweimal vergewaltigt. Doch nur die allerwenigsten trauen sich, Anzeige zu erstatten. Wenn doch, dann werden sie nicht ernst genommen. Nein - über Sex spricht man nicht in Südafrika. Ein fataler Fehler. Denn nur Aufklärung kann die Seuche bremsen. Aber Aufklärung findet kaum statt.

Philipp Hahn: "Dieses Plakat soll die Leute dazu bringen beim Sex Kondome zu benutzen. Es ist das einzige Plakat weit und breit, außerdem können hier ohnehin nur die wenigsten lesen was auch drauf steht. Ein weiteres Beispiel für skandalöse Aufklärungspolitik: Vor einigen Monaten ließ das Südafrikanische Gesundheitsministerium hier in dieser Region einhunderttausend Kondome verteilen, sogar mit Gebrauchsanweisung auf einer Art Beipackzettel. Die aber waren zuvor mit Heftklammern and die Gummis getackert worden und so wurden eben durchlöcherte Kondome unters Volk gebracht."

Mörderische Fahrlässigkeit. So lässt sich Aids natürlich nicht besiegen. Im Gegenteil: Immer mehr Menschen sterben immer früher, auch, weil der Staat versagt. Schon jetzt werden die wenigsten 40 Jahre alt. Fast 300 Menschen werden in KwaZulu Natal zur Zeit jeden Tag beerdigt. Wenn kein Wunder geschieht, wird sich diese Zahl bald verdreifachen. Der Platz auf den Friedhöfen wird langsam knapp...

Pater Gerhard Lagleder, 45 „Engel der Todkranken“: "Ich vergleiche die AIDS-Situation hier in Südafrika oft mit dem Schiff der Titanic. Es sind etwa 10 %, die nicht HIV-positiv sind und das wären die Leute, die in den Rettungbooten sitzen und die anderen 90 % die gehen unter. Machen kann man nichts.

Das einzige was man tun kann ist dass man das tut was von der Titanic erzählt, nämlich dass dieses Orchester noch gespielt hat, dass wir versuchen den Menschen in ihrer schlimmen Situation die Hand zu reichen, zeigen, Du bist nicht allein, Du bist geborgen, Du stirbst nicht allein."

Der kleine Thembinkosi wird auch nicht allein sterben müssen. Selbst wenn er länger leben sollte als seine Mutter.

Khululiwe, 18, sterbende Mutter „Er ist mein einziges Kind. Es bricht mir das Herz. Er hat immer weniger Kraft. Aber ich weiß: Hier ist er in guten Händen.“

Noch hat Thembinkosi genug Kraft, um mit seinen Freunden im Hospiz wenigstens ein bißchen zu spielen.

Mit der kleinen Hope, die zwar gesund ist, aber keine Eltern mehr hat.

Mit Flora, die von ihren Eltern völlig vernachlässigt wurde.

Und mit Mxolisi, der [Vater und] Mutter durch Aids verloren hat und an Epilepsie leidet.

Um diese und viele andere Kinder will sich Pater Gerhard künftig noch stärker kümmern. Eine gigantische Aufgabe, denn die Waisenkinder werden immer mehr.

Pater Gerhard Lagleder, 45 will Kinderheim bauen: "Und ich weiß jetzt nicht wie es weitergeht. Wir überlegen sogar, unser Hospiz jetzt anzubauen in diesem Jahr und auch ein Kinderheim dazu zu bauen weil es eben einfach immer knapper wird. Wir geben nicht auf und ich denke, das ist dasWichtigste in so einer ganz ganz schlimmen Situation, nicht aufzugeben."

Im nächsten Jahr soll das Kinderheim fertig sein. Thembinkosi wird die Eröffnung nicht erleben. Aber für viele andere bedeutet das: Es gibt immerhin noch ein ganz kleines bißchen Hoffnung, in einem Land, in dem anscheinend nur der Tod eine Zukunft hat.


Khululiwe starb am 12. Oktober 2001.

ProSieben drehte ein update über Thembinkosi, das am 9. April 2002 ausgestrahlt wurde:
Brotherhood of Blessed Gérard - Reportage in ProSieben "AIDS-Junge Thembinkosi update"

Thembinkosi fand am 12. Februar 2002 die ewigen Ruhe.

Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leute ihnen, laß sie ruhen in Frieden!


Ein Stück Südafrika - wie kein Tourist es kennt (1993)

Ein Stück Südafrika -
wie kein Tourist es kennt

 
Ein Stück Südafrika - wie kein Tourist es kennt:
Ein historischer Film aus dem Jahr 1993 über die Anfänge der Brotherhood of Blessed Gérard, der Hilfsorganisation des Malteser-Ritterordens in Südafrika, ihre Entstehung, ihr Wirken und ihre Pläne.


Ein Stück Südafrika - wie kein Tourist es kennt


Ein Film über die Hilfsorganisation des Malteser-Ritterordens in Südafrika.

Ihre Entstehung, ihr Wirken und ihre Pläne

 


Der Selige Gerhard lebte um die Wende des 12.Jahrhunderts. Er war ein französischer Benediktinermönch und der Gastpater des Klosters St. Maria Latina in Jerusalem. Dort fanden viele Pilger Unterkunft, die gekommen waren, um die Orte zu sehen, wo Jesus gelebt hat, gestorben und auferstanden ist. Die meisten von ihnen erreichten Jerusalem erschöpft und krank, weil die langen Reisen in jenen Zeiten eine große Anstrengung bedeuteten.

So verwandelte sich das Gästehaus zusehends in ein Hospital und wurde als das Hospital zu Jerusalem weithin bekannt. Dort wurden nicht nur Kranke gepflegt, sondern auch Findelkinder aufgenommen, Hungernde gespeist, Arme bekleidet und Strafentlassene betreut. Der Selige Gerhard gründete die Bruderschaft des Hl. Johannes von Jerusalem als caritative Organisation zum Unterhalt des Hospitals.

Diese Gemeinschaft entwickelte sich zum ältesten Hospitalorden der Kirche, der heute unter der Bezeichnung Souveräner Malteser-Ritterorden allgemein bekannt ist.

Der Geist und die Regel der Bruderschaft des Heiligen Johannes und des Malteserordens führen auf das Benediktinische Prinzip der Gastfreundschaft zurück, das im Kapitel 53 der Regel des heiligen Benedikt Ausdruck findet: "Alle Gäste, die zum Kloster kommen, sollen wie Christus aufgenommen werden; denn er wird einmal sagen: Ich war Gast, und ihr habt mich aufgenommen. Allen soll man Ehre erweisen, die ihnen zukommt, besonders den Brüdern im Glauben und den Pilgern."

Der Selige Gerhard und seine Nachfolger betrachteten es als Ehre, den Bedürftigen dienen zu können und dadurch die Gnade zu erhalten, Christus nahe zu sein, der durch die Armen vergegenwärtigt wird. Die Mitglieder des Hospitalordens legten das Gelübde ab, "Diener für unsere Herren, die Kranken zu sein".

Das Hospital verstand sich als geistliche Gemeinschaft. So wurde den Kranken nicht nur medizinisch sondern auch seelsorgerisch betreut.

Das Leben in der Hospitalgemeinschaft wurde als Heilsereignis verstanden, weil die Kranken auf der einen, aber auch die Brüder durch ihre liebende Sorge auf der anderen Seite jeweils Christus vergegenwärtigen.

Diesen Geist der Bruderschaft des Heiligen Johannes will nun die Brotherhood of Blessed Gérard wiederaufleben lassen. Sie will das Charisma dieser Ursprünge mit neuem Leben erfüllen und in unsere gegenwärtige Zeit und Lebenssituation übertragen.

Am 28. Oktober 1992 gründeten der deutsche Missionar und altgediente Malteser Pater Gerhard zusammen mit den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden aus Mandeni und Sundumbili sowie deren Frauen die Brotherhood of Blessed Gérard als Verein von Gläubigen. Am 5.November 1992 signalisierte der Bischof von Eshowe grünes Licht und bestätigte die Gründung am 20. April 1993 offiziell als einen kirchlichen Verein. Am selben Tag erkannte der Souveräne Rat des Malteser-Ritter-Ordens in Rom die Bruderschaft als Hilfsorganisation der Malteser an.

Das Motto der Brotherhood of Blessed Gérard ist das der Malteser-Ritter: "tuitio fidei et obsequium pauperum" - "Verteidigung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen."

Die Brotherhood of Blessed Gérard lebt dieses Motto durch freiwilligen Dienst an den Armen, durch wohltätige Projekte, ohne Rücksicht darauf, welchem Glauben, welcher Hautfarbe oder politischen Richtung die Bedürftigen angehören.

Die Bruderschaft wirkt im Großraum Mandeni, ca. 100 Kilometer nördlich von Durban. Wie überall in Südafrika ist die Bevölkerung dort bunt durcheinander gewürfelt. Die etwa 100.000 Einwohner des Gebietes sind zu 90% Zulu, zu 6% Mischlinge und zu 4% weiße Südafrikaner.

Als Siedlung für schwarze Arbeiter einer großen Papierfabrik entstand die Township Sundumbili. Deren Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren durch die Entwicklung eines riesigen Industriegebietes in iSithebe stark vermehrt, welches ca. 23.000 Arbeitsplätze bietet. Der Reiz, mit Geld für Arbeit entlohnt zu werden, lockte viele aus dem intakten Sozialgefüge ihrer heimatlichen Kraale heraus, da sie aufgrund der weiten Entfernungen nur noch selten nach Hause kommen können. Dies hat sich aber nur für die wenigsten bezahlt gemacht, denn die Löhne sind doch so gering, dass sie nicht einmal zum Bau einfacher Häuser ausreichen. So sind um ISithebe und Sundumbili ausgedehnte Elendsviertel entstanden, in denen Menschen teilweise in sehr kleinen und primitiven Hütten leben müssen, die sie sich aus Wellblech, Brettern, alten Säcken, Autowrackteilen und Verpackungskartons zusammengestückelt haben. Es gibt weder fließendes Wasser noch Brunnen, Elektrizität ist für viele noch ein Fremdwort und Schulpflicht gibt es für schwarze Kinder hierzulande auch heute noch nicht.

Ohne Hilfe von außen gelingt es daher nur ganz wenigen, dem Teufelskreis der Armut zu entrinnen: Bildungsnotstand führt zu Überbevölkerung, Überbevölkerung verursacht Arbeitslosigkeit, Arbeitslosigkeit bedingt Hunger, Hunger macht krank, Krankheit schafft Armut und wer arm ist kann sich keine Bildung leisten.

Die Brotherhood of Blessed Gérard hat sich zur Aufgabe gemacht, die Fesseln dieses Teufelskreises zu zerbrechen und ein Leben in Menschenwürde zu ermöglichen.

HUNGERHILFE

"Es gibt in unserer Gegend noch viele Menschen, die wirklich Hunger leiden, kleine Kinder die Gehirnschäden davontragen, weil sie unterernährt sind. Deswegen sagten wir uns, dass wir etwas für sie tun müssen und starteten ein Hungerhilfeprojekt für unterernährte Kinder in Sundumbili."

Unterernährung in früher Kindheit führt unweigerlich zu dauerhaften Gehirnschäden. Unser Gründungsmitglied, der praktische Arzt Dr. Thabethe aus der Township Sundumbili und seine Frau Nokuthula, eine qualifizierte Krankenschwester, haben ein Programm initiiert, in dem wir uns mangelernährter Kinder annehmen. In unserem Hungerhilfeprojekt werden die Mütter beraten und es wird ihnen beigebracht, wie sie richtig für ihre Kinder sorgen sollten. Die Kleinen werden untersucht, gewogen und ihre gesundheitlichen Fortschritte genau registriert.

In Fällen, in denen Armut der Grund für die Unterernährung ist und Stillen nicht ausreicht oder unmöglich ist, versorgt die Brotherhood of Blessed Gérard die Familien kostenlos mit der benötigten Milch, Babynahrung und Eiweißaufbaukost.

ALTENCLUBS

"Wir müssen auch etwas für die älteren Menschen tun, die einsam zu Hause sind, weil ihre Kinder arbeiten. Denn oft wissen sie nichts mit sich anzufangen und sitzen nur stundenlang vor dem Fernseher und warten darauf, dass der Tag vorübergeht.

Deshalb organisieren wir Treffen, wo sie sich miteinander austauschen können, gemütlich beisammensitzen und hilfreiche Informationen durch Vorträge bekommen.

Wir nennen diese Treffen Twilight-Club. Dort können die älteren Leute aus ihrer Isolation entfliehen. Was ich besonders an diesen Clubs schätze, ist, dass unsere Alten inzwischen sagen: 'Uns soll nicht nur geholfen werden, sondern wir selbst wollen helfen.' Ich finde das eine wunderschöne Idee."

Eine Gruppe unserer aktiven Mitglieder laden alle interessierten Bürger im Senioren-Alter zum Twilight-Club ein, um bei einer Tasse Tee gemütlich beisammen zu sein und sich zu unterhalten. Die Treffen werden jeden Monat anders gestaltet, so kam z.B. einmal ein Arzt und referierte über Altersbeschwerden, ein anderes Mal wurde Altengymnastik und Sitz-Tanz geübt, wieder ein anderes Mal wurde gebastelt und gespielt.

So erreichen wir, dass viele ältere Menschen aus ihrer Einsamkeit befreit werden und neue Bekanntschaften schließen können.

HILFE FÜR MITTELLOSE KRANKE

Frau Marjorie Clark musste sich dringend einer Herzoperation unterziehen. Die Krankenversicherung deckte allerdings bei weitem nicht die Kosten. Die Brotherhood of Blessed Gérard brachte durch Spendenaufrufe die Mittel auf, um die Differenz zu bezahlen.

Jetzt hat sich Frau Clark wieder völlig erholt und wurde selbst ein aktives Mitglied der Bruderschaft und leitet einen eigenen Twilight-Club in Mangete, einem Farmgebiet außerhalb von Mandeni.

ENTWICKLUNGSHILFEZENTRUM - NÄHSCHULE

"Es gibt so viele Menschen, die zu Hause sitzen und nichts zu tun haben. Wir aber denken, dass wir diesen Menschen helfen müssen, dass sie fähig werden, sich selbst zu beschäftigen und zu arbeiten, um damit auch Geld zu verdienen. Deshalb richteten wir in Sundumbili ein Selbsthilfezentrum ein.

Wir begannen dieses Entwicklungshilfezentrum mit Nähkursen, in denen wir die Interessenten darin unterrichten, Kleidungsstücke anzufertigen, so dass sie dann ihre Produkte verkaufen können, um den Lebensunterhalt für sich und ihre oft großen Familien zu verdienen. Denn manchmal muss eine einzige Person eine riesige Familie allein versorgen."

'Gib einem armen Mann einen Fisch, dann hat er genug für einen Tag - lehre ihn das Fischen, dann wird er immer genug haben.' Diese alte Weisheit bewahrheitet sich auch heute und beschreibt am besten, was wir mit unserem Entwicklungshilfezentrum in Sundumbili erreichen wollen. Denn hier sollen Fertigkeiten erlernt werden, die zu selbständiger Beschäftigung ermuntern und dadurch arme Menschen von der Wohltätigkeit anderer unabhängig machen. Unser erster Schritt dazu sind Nähkurse. Sie werden von einer qualifizierten Nählehrerin geleitet, die wir hauptamtlich beschäftigen.

Obwohl sie als im Nähen unerfahrene Anfänger beginnen, lernen die Teilnehmerinnen nach wenigen Wochen, schöne Kleidungsstücke von erstaunlich guter Qualität herzustellen.

AIDS - VORBEUGUNG

"Es ist nicht genug, dass wir den Leuten das Nähen beibringen, sondern sie müssen auch lernen, auf ihre Gesundheit zu achten, denn wenn sie krank sind und aus diesem Grunde nicht arbeiten können, bringt das alles nichts. Deshalb beschlossen wir, etwas in dieser Richtung zu unternehmen. Was wir planen sind grundlegende Kurse in Hygiene und Krankheitsvorbeugung. Am dringendsten scheint es uns zu sein, dass wir die AIDS-Problematik ansprechen, denn diese Krankheit greift in unserer Gegend in erschreckendem Maße um sich. Ein Arzt vom Krankenhaus in Ngwelezane berichtete, dass etwa 10% der hiesigen Bevölkerung mit dem HIV-Virus infiziert seien. Es dauert zwar einige Jahre, bis sich die Krankheit voll entwickelt hat, doch sie ist auf jeden Fall tödlich. Was wir also auch im Entwicklungshilfezentrum tun werden, ist, die Leute darüber aufzuklären, wie diese schreckliche Krankheit zu vermeiden ist, an der so viele Menschen sterben."

Unser Entwicklungshilfezentrum wird bald verstärkt im Bereich der AIDS-Aufklärung tätig sein. Dr Thabethe hat bereits in der Gegend den Anstoß dazu gegeben, indem er Vorträge und Kurse hält und die Arbeit der öffentlichen, kirchlichen und privaten Organisationen in diesem Bereich koordiniert, um die weitere Ausbreitung dieser tödlichen Infektionskrankheit zu verringern.

HAUSWIRTSCHAFTSSCHULE

"Es gibt eine weitere Not in unserer Gegend: Viele Menschen finden keine Arbeit, weil sie keinerlei Ausbildung haben. Wir kennen viele Frauen, die vergeblich nach Arbeit in einem Haushalt suchen, weil sie nicht mit modernen Haushaltsgeräten umgehen können. Deshalb helfen wir auch da, damit diese Menschen eine Anstellung finden können, bzw. damit die, die bereits Arbeit haben, deren Anforderungen besser gerecht werden und so ihren Lebensstandard verbessern können."

Viele der Menschen, die im Busch leben, kennen sich mit modernen Haushaltsgeräten und Verfahrensweisen nicht aus. Für sie ist es besonders schwierig, Arbeit zu finden.

Die theoretischen und praktischen Einführungen und Schulungen in Konversationsenglisch, im sicheren Gebrauch von Elektrizität und den entsprechenden Geräten, im Kochen, Bügeln, Flicken und in persönlicher Hygiene werden von einer Gruppe Ehrenamtlicher in unserer Haushaltsschule durchgeführt.

Alles, was die Frauen gelernt haben, müssen sie in einem Test am Ende unter Beweis stellen, bevor sie ihre Teilnahmebescheinigung erhalten.

Eine der Zulu, die am ersten Kurs teilgenommen hatte, sagte: 'Ich möchte einige Worte im Namen der Teilnehmer sprechen. Ich danke allen für das, was sie in diesem Kurs geleistet haben. Als ich am ersten Tag hierherkam, war ich sehr unsicher, was mich denn eigentlich erwartete und ob es der Mühe wert sei, soviel Zeit für den Kurs zu investieren.

Jetzt aber sehe ich, wie viel ich gelernt habe und bereue nicht, dass ich teilgenommen habe. Ich bin froh, dass Ihr uns all das beigebracht habt. So wünsche ich Euch weiterhin Gottes Segen.'

<font face="Souvenir Lt BT">Pflege- und Sozialzentrum und Hospiz</font>

"Eine weitere große Not besteht im Krankenpflegebereich: Wir haben so wenige Hospitäler mit so wenigen Betten, dass viele Kranke oft schon nach kurzer Zeit entlassen werden müssen, bevor sie tatsächlich gesund sind. Deshalb wollen wir etwas für die tun, die vom Krankenhaus nach Hause geschickt werden, aber von ihren Verwandten nicht gepflegt werden können, denn manche haben nicht die nötigen Kenntnisse in Krankenpflege. Außerdem kommt es oft genug vor, dass Kranke einfach aufgegeben werden und nach Hause müssen, weil sie ohnehin sterben würden. Oft können die Familien nicht ausreichend für sie sorgen. So beschlossen wir als ein weiteres Projekt, eine Art Hospiz zu bauen, in dem wir uns um diejenigen kümmern, die weder zu Hause noch im Krankenhaus die richtige Pflege erhalten, weil sie fürs Hospital nicht krank genug, für die Familien aber zu krank sind."

Maria aus der Township Sundumbili starb im Sommer 1992 schlicht auf Grund von Vernachlässigung. Sie war nicht akut krank, deshalb gab es für sie kein Bett im Krankenhaus, aber ihre Verwandten, zwei gebrechliche alte Frauen, konnten die Pflege, die sie nötig hatte, nicht leisten. Sie starb an Unterernährung und einer schlimmen Wundinfektion, weil sie sich stark aufgelegen hatte. Fälle wie der Marias sind leider keine Ausnahme. Die Bruderschaft plant deshalb, ein Pflegezentrum für bedürftige Kranke zu errichten, die im Hospital ebenso wenig wie zu Hause gepflegt werden können.

Das Pflegezentrum soll eine zweifache Aufgabe erfüllen, zum einen, die Angehörigen durch Gesundheits- und Krankenpflegekurse zu befähigen, sich um die Kranken und Gebrechlichen selbst zu kümmern, zum anderen, ein erweitertes Zuhause für diejenigen darzustellen, die andernfalls vernachlässigt würden.

STIPENDIEN - FONDS

"Es gibt noch viele andere Probleme in unserer Gegend. Beispielsweise gibt es Familien, die so arm sind, dass sie die Mittel für die Ausbildung ihrer Kinder nicht aufbringen können. Deshalb beschloss die Bruderschaft, Spenden für die zu sammeln, die sich die Ausbildungskosten ihrer Kinder nicht leisten können.

Ich denke, dass dies eine wesentliche Voraussetzung für eine hoffnungsvolle Zukunft Südafrikas ist, wenn Menschen geholfen wird, eine möglichst gute Ausbildung zu bekommen."

Bildung ist der Schlüssel für eine hoffnungsvolle Zukunft einer jeden Gesellschaft. Doch viele können die Kosten dafür nicht tragen. Deshalb richteten wir einen Stipendien-Fonds ein, um auch ärmeren Menschen Bildungschancen zu eröffnen.

WEITERE HILFEN

Auch in vielen anderen Fällen, in denen Menschen unerwartet Hilfe benötigen, helfen wir:

wir geben z.B.

  • hungernden Familien Nahrungsmittel,
  • bedürftigen Menschen Kleidung
  • und haben auch schon mit Baumaterial ausgeholfen, wenn armen Leuten die Hütte niederbrannte.

Immer wieder treten Hilfesuchende an uns heran, die für die Probleme ihres Lebens selber keine Lösungen finden. Ihnen stehen wir so gut wir können mit Rat und Tat zur Seite.

Die Brotherhood of Blessed Gérard hilft und möchte auch in Zukunft helfen. Jede Organisation kann aber ihr Ziel nur dann verwirklichen, wenn sie Mitglieder hat, die durch persönlichen Einsatz Hilfe leisten, und wenn diese Hilfe auch durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziell getragen wird.

Deshalb appellieren wir an Sie alle:

  • Helfen Sie uns zu helfen - durch Ihr Gebet, auf dass Gott unseren Dienst und die uns Anvertrauten segne.
  • Helfen Sie uns zu helfen - durch ihre Spende zugunsten unserer caritativen Arbeit.
  • Helfen Sie uns zu helfen - als förderndes Mitglied, falls sie uns regelmäßig durch Gebet oder Mitgliedsbeiträge unterstützen möchten.

Wir helfen, wo wir können. Machen Sie mit!

Aus unserem Rundbrief vom 5. April 1994

Öffentlichkeitsarbeit

Die zweite Version unseres englischen Videofilms (die Erstfassung musste technisch dringend verbessert werden) "A piece of South Africa - no tourist ever sees. The Relief Organisation of the Order of Malta in South Africa. A film on its origins, work and plans" ist nun fertiggestellt.

Wenn Sie gerne selbst eine Kopie des halbstündigen Videofilms in deutscher oder englischer Fassung haben wollen, lassen Sie uns das bitte wissen.

Der Film darf beliebig gezeigt und kopiert werden, falls dies unentgeltlich geschieht und der Film unverkürzt kopiert wird.

Wir legen diesem Rundschreiben den Text des Films bei.


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